Nach dem Hochwasser: SV Kehlen eröffnet seine neuen Umkleidekabinen

Ein besonderer Abend beim SV Kehlen: Mit zahlreichen Gästen, Musik, akrobatischen Einlagen und einem gemeinsamen Anstoßen hat der Verein am Freitag, 25. September, seine nach dem Hochwasser 2024 umfassend sanierten Umkleidekabinen offiziell wiedereröffnet. Dabei wurde vor allem eines deutlich: Ohne die Unterstützung zahlreicher Helfer, Handwerker, Spender und Partner wäre dieser Neustart nicht möglich gewesen.

Vorstand Sebastian Hanser begrüßte die Gäste auf dem Sportgelände und machte gleich zu Beginn deutlich, dass der größte Teil der Arbeit bereits geleistet worden war, bevor er selbst sein Amt übernommen hatte. Sein besonderer Dank galt seinem Vorgänger Ralf Müller für die aufwendige Abwicklung mit den Versicherungen sowie Vorstand Thomas Glas, der die einzelnen Bauabschnitte mit großem Einsatz organisiert hatte.

Hanser erinnerte auch an die Rettungskräfte von Feuerwehr und THW, die während des Hochwassers Schlimmeres verhindert hatten, und würdigte die zahlreichen Spender, Gönner, Handwerker und ehrenamtlichen Helfer. Finanzielle Unterstützung erhielt der SV Kehlen unter anderem von Sparkasse und Volksbank, dem Württembergischen Fußballverband, ZF hilft und der Partnerstadt Neustadt in Sachsen. Ein ausdrücklicher Dank ging zudem an die Gemeinde Meckenbeuren für ihre Unterstützung aus dem Hochwasserspendentopf, die unkomplizierte Zusammenarbeit und die Möglichkeit, während der Bauphase kostenlos Räumlichkeiten der Karl-Brugger-Halle zu nutzen.

Mit Humor blickte der neue Vorstand zugleich nach vorne. Aus den nach dem Hochwasser zunächst buchstäblich „versunkenen“ Kabinen sei durch Spenden und viel Arbeit ein echter Mehrwert entstanden. Auf eine weitere Sanierung dieser Art könne er während seiner Amtszeit allerdings gerne verzichten – und vertraue nun darauf, dass die Statistik dem SVK erst einmal eine längere Hochwasserpause gönne.

Bürgermeister: „Immer nur Reparieren kann es nicht sein“

Meckenbeurens Bürgermeister Georg Schellinger erinnerte in seinem Grußwort an die dramatischen Bilder des Hochwassers vom 1. und 2. Juni 2024. Besonders hob er die Leistung des Vereins hervor, nach einem weiteren schweren Hochwasserschaden erneut die Ärmel hochgekrempelt und das Vereinsheim wieder instand gesetzt zu haben. Dafür dankte er Vorstandschaft, Helfern und beteiligten Handwerkern.

Gleichzeitig richtete Schellinger den Blick auf den künftigen Hochwasserschutz. Nach Veröffentlichung der neuen Hochwassergefahrenkarten wolle die Gemeinde erneut das Gespräch mit dem Regierungspräsidium suchen und sich für einen besseren technischen Hochwasserschutz für Kehlen einsetzen. Das Thema werde die Gemeinde noch über Jahre beschäftigen.

Bevor es zur Besichtigung der neuen Räume ging, wurde zunächst gemeinsam angestoßen. Eine Abordnung der Musikkapelle sorgte mit einem „Prosit der Gemütlichkeit“ für den passenden musikalischen Rahmen. Anschließend gehörte die Aufmerksamkeit den Cheerleadern aus der Turnabteilung des SV Kehlen. Unter Leitung von Claudia Podiebrad zeigten sie ihr Können und wurden mit ihren akrobatischen Vorführungen zu einem echten Hingucker des Abends.

Sanierung mit Blick auf ein mögliches nächstes Hochwasser

Vorstand Thomas Glas, der die Sanierung über viele Monate intensiv begleitet hatte, erläuterte anschließend einige Hintergründe der Arbeiten. Da für einen weiteren Hochwasserschaden künftig kein entsprechender Versicherungsschutz mehr bestehe, sei bei der Sanierung besonderer Wert darauf gelegt worden, mögliche Schäden bei einem erneuten Hochwasser so gering wie möglich zu halten.

Dazu wurden einige grundlegende Veränderungen vorgenommen: Der elektrische Sicherungskasten wurde aus dem Untergeschoss ins Erdgeschoss verlegt. Auf eine Fußbodenheizung, die beim Hochwasser vollständig beschädigt worden war, wurde verzichtet; stattdessen befinden sich die neuen Heizkörper nun oberhalb des gefährdeten Bereichs. Auch bei der Einrichtung der Kabinen wurde umgedacht: Statt Holzbänken gibt es nun mobile Bänke mit Aluminiumgestell, die sich im Ernstfall schnell aus den Räumen entfernen lassen.

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. Unter anderem soll das bisherige Geschäftszimmer künftig zu einem Kursraum umgestaltet werden. Gymnastik, Yoga und weitere Angebote sollen dort Platz finden und damit zusätzliches Leben ins Vereinsheim bringen.

Besonders wichtig war Thomas Glas jedoch der Dank an all jene, die über viele Wochen und Monate mit angepackt hatten. Neben den beteiligten Handwerksbetrieben und Bauleiter Bernd Haug würdigte er ausdrücklich die vielen ehrenamtlichen Helfer, die bei den Eigenleistungen unzählige Stunden investierten. Stellvertretend nannte er Erich, Susi, Frank und insbesondere Freddy Bentele, der ihn in den letzten Wochen intensiv unterstützt hatte. Sein letzter und sehr persönlicher Dank galt seiner Frau, die ihn während der arbeitsreichen Sanierungsphase entsprechend selten zu Gesicht bekommen hatte.

Anschließend konnten sich die Besucher bei einem Rundgang selbst ein Bild von den renovierten Räumlichkeiten machen.

Danach wurde aus der offiziellen Wiedereröffnung ein gemütlicher Abend. Bei Freibier und Bodensee-Secco wurde gemeinsam auf den Neustart angestoßen. Für die weitere Bewirtung sorgten die neuen Pächter Stephan und Thorsten Rauscher in der Vereinsgaststätte „Alte Schussen“.

So stand am Ende eines langen Weges nicht mehr das Hochwasser im Mittelpunkt, sondern das, was daraus entstanden ist: neue Räume, neue Möglichkeiten und vor allem die Erfahrung, was gemeinsames Engagement im Verein und darüber hinaus bewegen kann.